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Verfasst am: 11.10.2016
Am Produktionsstandort Burkau informierte sich Sachsens Staatsminister des Innern, Markus Ulbig (CDU, 2.v.r.), über die Herstellung runderneuerter Lkw-Reifen. Mit im Bild (v.l.n.r.): Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V., Bonn), Peter Grüger, Geschäftsführer Dresdner Reifenzentrale GmbH und Vulco GmbH, Vulco-Produktionsleiter Tino Heisinger.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig informierte sich über Reifenrunderneuerung

Hohen Besuch erhielt am 5. Oktober die Lkw-Reifenrund-erneuerungsanlage der Vulco Dresden GmbH am Standort Burkau (zwischen Dresden und Baut-zen). Markus Ulbig (CDU), Staatsminister des Innern des Bundeslandes Sachsen, informierte sich vor Ort über die Fertigung runderneuerter Lkw-Reifen und die aktuell wachsenden Sorgen und Nöte der Runderneuerungsbranche in Deutschland.

Begleitet wurde er dabei von Peter Grüger, Geschäftsführer der Dresdner Reifenzentrale GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Vulco, und Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn).

Als Abgeordneter des Sächsischen Landtages sucht der Landesinnenminister regelmäßig den Kontakt zu Handwerks- und Produktionsbetrieben in seinem Wahlkreis in Dresden. Bei seinem jüngsten Besuch in Burkau machte sich der CDU-Politiker unter fachkundiger Führung von Vulco-Produktionsleiter Tino Heusinger ein Bild davon, wie auf Basis des Unterbaus (Karkasse) eines abgefahrenen Lkw-Reifens mittels der sogenannten Kalterneuerung ein neuwertiger, runderneuer-ter Pneu entsteht. Dazu wird auf die sorgfältig geprüfte und vorbearbeitete Karkasse ein neuer Laufstreifen aufgebracht, der dann durch mehrstündiges Erhitzen unter Vakuum bei 115 Grad mit dem wiederverwendeten Reifenunterbau verschmilzt – in der Fachsprache heißt der Vorgang Vul-kanisieren. Das Ergebnis ist ein umweltschonend hergestelltes, hochwertiges Produkt, das einem Neureifen in punkto Sicherheit, Qualität und Laufleistung in nichts nachsteht.

Rund 7.500 runderneuerte Lkw-Reifen stellt das Dresdener Unternehmen in diesem Verfahren jährlich her – und leistet damit einen guten Beitrag zum Schutz der Umwelt. „Im Vergleich zur Pro-duktion eines Lkw-Neureifens spart die Runderneuerung etwa 57 Liter Erdöl pro Reifen ein und die CO2-Emission wird um 67 kg pro Reifen gesenkt. Der Umweltbeitrag der Vulco bestand somit allein im letzten Jahr aus 427.500 Litern Erdöl- und über 500 Tonnen CO2-Einsparung“, erläutert Peter Grüger.

Doch trotz hochwertiger Qualitätsprodukte „made in Germany“ und einem beachtenswerten Um-welt-Beitrag seines Unternehmens macht dem Vulco-Chef die sinkende Auftragslage Sorgen, zu-mal 2016 ca. 170.000 Euro in die Anlage investiert wurden, um die zehn Arbeitsplätze für die kommenden Jahre zu sichern. Und nicht nur ihm: „Die ganze, überwiegend mittelständisch struktu-rierte Lkw-Reifenrunderneuerungsbranche sieht sich mittlerweile in ihrer Existenz bedroht; nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, warnt BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. Sein Fachverband vertritt bundesweit die Interessen der Reifenhändler, -handwerker und Runder-neuerer und fokussiert für Letztere seit Monaten vor allem auf Unterstützung im Kampf gegen die zwei Haupt-Ursachen der sinkenden Nachfrage in ihrem Produktsegment: die zunehmende Ver-drängung runderneuerter Lkw-Reifen durch nicht-runderneuerungsfähige Billig-Importneureifen aus Asien, vornehmlich aus China, und den Wegfall des Löwenanteils der Förderungsmöglichkeiten für runderneuerte Lkw-Reifen im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „De-minimis“ seit Beginn dieses Jahres.

„Die Verdrängung durch Niedrigpreisimporte schreitet dynamisch voran, gleichzeitig lässt die deut-liche Einschränkung der Fördermöglichkeiten nach De-minimis die Nachfrage nach runderneuerten Reifen zugunsten von Neureifen seit Jahresbeginn weiter deutlich sinken.“, beschreibt Drechsler die Zwickmühle, in der sich neben Verbandsmitglied Vulco auch die restlichen mittelständischen Rei-fenrunderneuerer in Deutschland – darunter fünf weitere in Sachsen – befinden.

Abhilfe würden einerseits Beschränkungen der Billigimporte auf europäischer Ebene und anderer-seits die Wiederaufnahme runderneuerter Lkw-Reifen in das nationale Förderprogramm bringen. Für Letzteres gibt es bereits eine vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) vorgeschlagene Ergänzung des Bundesfernstraßenmautgesetzes im Rahmen der ohnehin anstehenden Änderung dieser Rechtsnorm. Der Reifenfachverband unterstützt diesen Vorschlag und hofft dabei auf politische Rückendeckung vor allem durch Bundestagsabgeordnete, die sich – wie Sachsens Landesinnenminister Ulbig – durch Gespräche mit den Reifenrunderneuerern vor Ort persönlich ein Bild von deren Lage gemacht haben. Der prekären Lage einer Mittelstandsbranche, die deutschlandweit (noch) rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigt.

www.vulco.biz

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